Implantat-Havarie - Periimplantitis, Pfostenbruch...

Implantate sind keine ganz neue Sache. Bereits seit den 1950er und 1960er Jahren wird in Deutschland implantiert, mit der Einführung der Gebührenordnung für Zahnärzte 1987, in der die Implantation dann auch ihren Platz fand, wurde die Implantologie erst von den Hochschulen anerkannt.

Der überwiegende Teil der Implantate dürfte heute wohl die Lebenszeit ihrer Träger überdauern.

Bisweilen aber entsteht - insbesondere bei Patienten mit erblicher Veranlagung zur Parodontitis - eine Entzündung und ein Zurückgang des Knochens am Implantat, die Periimplantitis. Ursache kann eine zu hohe Belastung des Implantats sein, manchmal liegt ein Pflegeproblem vor, eventuell kombiniert mit Stoffwechselerkrankungen. Wenn diese Ursache beseitigt wird, besteht in der Regel eine gute Chance, den Knochenrückgang teilweise wieder rückgängig zu machen, indem neuer Knochen aufgebaut wird oder eine bestehende Weichgewebereizung durch Politur des Implantates beruhigt wird.

Selten kann es zu einem Implantatbruch oder zum Bruch eines Implantatpfostens kommen. Ist das Implantat selbst gebrochen, kann es nur noch entfernt werden. Ein in der Regel gleichzeitig ausgeführter Knochenaufbau kann die Chancen verbessern, dass nach Abheilung ein neues Implantat gesetzt werden kann.

Ist jedoch nur der Pfosten gebrochen, so besteht oft noch die Möglichkeit, unter Zuhilfenahme des Mikroskops Bruchstücke aus dem Implantat zu entfernen und den vorhandenen Zahnersatz mit einem neuen Pfosten wieder einzugliedern oder einen neuen Zahnersatz anzufertigen.

Parodontitis und Implantate?

Die Parodontitis ("Parodontose") ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats.

Sie wird heute überwiegend als teilweise genetisch mit verursacht betrachtet. Es scheint eine zu starke Abwehrreaktion auf Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte zu bestehen, die zur Zerstörung des Zahnhalteapparats und des Kieferknochens durch die Körperabwehr selbst führt.

Etwas Ähnliches kann auch an Implantaten passieren, die Periimplantitis.

Die genetische Vorbelastung ist aus der Krankheitsgeschichte häufig schon zu erkennen.

Sollte deswegen bei Parodontitis - Patienten nicht implantiert werden?

Wir meinen: GERADE Parodontitis - Patienten benötigen häufiger zusätzliche Pfeiler für Zahnersatz in Form von Implantaten, denn die eigenen Zähne sind bisweilen nicht mehr tragfähig genug oder sind bereits alle verloren gegangen.

Eine Implantation in einen Mund mit “blühender” Parodontitis sollte unseres Erachtens nach unterbleiben.

Zunächst muss die Parodontitis behandelt werden. Wichtig ist dann, dass Ursachen und Auswirkung der Parodontitis bekannt sind und Hygieneprobleme frühzeitig erkannt und beseitigt werden.

Daher bieten wir unseren Patienten gern eine regelmäßige Prophylaxe an und empfehlen überwiesene Patienten, das Prophylaxe - Angebot der Hauszahnarztpraxis wahrzunehmen.